Das Konzept Schlaffhorst-Andersen hat seinen festen Platz in der Prophylaxe und Therapie von Atem-, Sprech-, Sprach- und Stimmstörungen.

Der Text auf dieser Seite stammt aus folgender Quelle:
Lang, A. und Saatweber, M., Stimme und Atmung. Schulz-Kirchner Verlag, Idstein 2010, S. 23-24 

Das Konzept Schlaffhorst-Andersen hat seinen festen Platz in der Prophylaxe und Therapie von Atem-, Sprech-, Sprach- und Stimmstörungen. Außerdem wird es pädagogisch im Training und Coaching von Menschen mit sprechintensiven Berufen eingesetzt sowie künstlerisch in der Arbeit mit professionellen Schauspieler/innen und Sänger/innen oder Amateuren im Bereich von Klassik, Rock, Pop, Jazz und Musical. Darüber hinaus findet es seine Anwendung im psychosomatischen Bereich.

Die folgende Auflistung stellt eine Zusammenfassung der wichtigsten Grundprinzipien dieses einzigartigen Konzeptes dar und soll neugierig machen auf deren ausführliche Darstellung in den anschließenden 30 Kapiteln dieses Werkes. 

Das Konzept Schlaffhorst-Andersen beinhaltet insbesondere: 

  • Die Entwicklung einer physiologischen und ökonomischen Atmung in ihrem individuellen, dreiphasig verlaufenden Rhythmus von Einatmung, Ausatmung und Atempause unter besonderer Berücksichtigung der muskulären Lösungsphase und des unwillkürlichen Einatemimpulses
  • Die Entwicklung einer kosto-abdominalen Atemform
  • Die Entwicklung einer physiologischen und ökonomischen Phonationsatmung unter besonderer Berücksichtigung der Koordination des dreiphasigen Atemrhythmus mit der Sing- und Sprechstimme
  • Die Regeneration und die Optimierung der Leistung der Stimm- und Atemorgane über das Entwickeln einer ausbalancierten Spannung und Koordination der muskulären Systeme von Aufrichtung, Atmung, Bewegung, Artikulation und Stimme unter gezielter Nutzung ihrer Zusammenhänge und Wechselwirkungen
  • Den gesamtkörperlichen Spannungsausgleich zur Ökonomisierung der muskulären Abläufe von Atmung, Artikulation und Stimmerzeugung
  • Die grundsätzliche Integration von ganzkörperlicher Bewegung und Atembewegung
  • Das Hinführen des Individuums zu seinen aufbauenden Kräften, zur Vitalisierung und zur Regeneration auch in Leistungssituationen
  • Das Übertragen des Grundprinzips eines dreiphasigen Rhythmus auch auf die Alltagsgestaltung im Sinne eines rhythmischen Phasenwechsels der Tätigkeiten einschließlich regelmäßiger Pausen zur Prophylaxe und Bewältigung von Stresssituationen
  • Die Entwicklung einer ausgeprägten körperlichen Eigenwahrnehmung als Basis für physiologische Atem-, Bewegungs- und Stimmfunktionen und eine authentische Kommunikation
  • Eine individuelle, ganzheitliche, systemische und entwicklungsorientierte Herangehensweise
  • Die individuelle Auswahl und Anleitung der anzuwendenden Methoden und deren am Prozess orientierten Wechsel
  • Die Integration des musisch-künstlerischen Ansatzes auch in den therapeutischen Kontext
  • Den Einsatz der Singstimme für die Entwicklung der Sprechstimme und umgekehrt
  • Die stetige Weiterentwicklung des Konzeptes, auch in Bezug auf neue Anwendungsgebiete, basierend auf den aktuellen wissenschaftlichen Grundlagen und unter Berücksichtigung neu gewonnener praktischer Erfahrungen und Erkenntnisse.

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